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Zuckerersatz: Abnehmen mit Süßstoff?

Die Vorliebe für süßen Geschmack ist den Menschen angeboren. Sie sollte unsere Vorfahren vermutlich zu kalorienreicher und sicherer Nahrung führen. Beim heutigen Angebot an Lebensmitteln verführt der Süßhunger jedoch leicht dazu, zu viel Zucker zu essen. Mögliche Folgen: Übergewicht, Diabetes und schlechte Zähne. Da kommen Süßstoffe gerade recht. Sie schmecken bis zu 3.000 mal süßer, haben praktisch keine Kalorien und schonen die Zähne. Hier erfahren Sie mehr über die verschiedenen Süßstoffe und ihre Rolle in der Ernährung.

Kein Zucker, keine Kalorien und trotzdem süß

Eher durch Zufall entdeckten Chemiker, dass verschiedene Substanzen, die in keiner Weise mit dem Zucker verwandt sind, auf der Zunge süß schmecken. Sie docken an unsere Süßrezeptoren an, werden jedoch im Stoffwechsel meist nicht verarbeitet, sondern unverändert ausgeschieden. So liefern sie in der Regel praktisch keine Kalorien. Sie benötigen kein Insulin und können deshalb auch Diabetikern das Leben versüßen. Zudem produzieren sie keine Säuren, die den Zahnschmelz angreifen.

Achtung: Süßstoffe sind nicht zu verwechseln mit den so genannten Zuckeraustauschstoffen. Die Zuckeralkohole Sorbit, Mannit, Xylit, Isomalt, Maltit und Lactit sind dem Zucker ähnlich, haben jedoch etwa 40 % weniger Kalorien. Sie werden im Stoffwechsel verarbeitet und können in größeren Mengen Blähungen und Durchfälle verursachen.

Extreme Süßkraft raffiniert kombiniert

Süßstoffe sind extrem viel süßer als normaler Zucker. Thaumatin süßt beispielsweise 3.000 mal stärker. Manche Süßstoffe haben jedoch einen eigenartigen Beigeschmack, andere wirken sehr schnell oder verzögert. Um solche Mängel auszugleichen und einen Geschmack zu erzeugen, der dem Zucker möglichst ähnlich ist, werden Süßstoffe miteinander kombiniert. Dabei verstärkt sich die Süßkraft oft nochmals erheblich.

Fülle und Mundgefühl fehlen

Wegen der enormen Süßkraft werden nur geringe Mengen an Süßstoffen benötigt. Dadurch fehlen jedoch das Gefühl im Mund, die Masse und das Volumen von Zucker. Um Streusüße oder Süßstoff-Tabletten herzustellen, müssen die Süßstoffe verlängert werden. Hierzu werden meist Stärkeprodukte oder Zuckerausstauschstoffe verwendet. Diese liefern ein paar zusätzliche Kalorien und können auch dafür verantwortlich sein, wenn die Süßen in größeren Mengen Blähungen oder Durchfall hervorrufen.

Sind Süßstoffe gesundheitsschädlich?

Rechtlich gehören die Süßstoffe zu den Lebensmittelzusatzstoffen. Das bedeutet, dass nur ausdrücklich zugelassene Süßstoffe verwendet werden dürfen. Diese werden auf ihre Unbedenklichkeit überprüft. Gelegentlich kam der Verdacht auf, Süßstoffe könnten Krebs auslösen. Dies wurde von den Behörden immer wieder untersucht, konnte bislang jedoch nie bestätigt werden. Auch Zusammenhänge zwischen Aspartam und Kopfschmerzen oder Allergien ließen sich bisher nicht wissenschaftlich belegen.

Wie viel Süßstoff ist okay?

Die Zulassungsbehörden haben für jeden Süßstoff ermittelt, wie viel ein Mensch davon täglich ein Leben lang aufnehmen könnte, ohne der Gesundheit zu schaden. Dieser Wert wurde sicherheitshalber nochmals durch hundert geteilt. Das ergibt den offiziellen Wert für die akzeptable tägliche Aufnahme (acceptable daily intake =ADI) in Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Wer mit seinem Süßstoff-Konsum unter diesem ADI-Wert bleibt, braucht keine Gesundheitsschäden zu fürchten.

Süßkraft und ADI-Werte

Süßstoff|Süßkraft|ADI (akzeptable tägl. Menge)    
Acesulfam-K|200|9 mg pro kg Körpergewicht    
Aspartam|200|40 mg pro kg Körpergewicht    
Aspartam-Acesulfam-Salz|350|s. Acesulfam-K und Aspartam    
Cyclamat|35|7 mg pro kg Körpergewicht    
Neohesperidin DC|400 - 600|5 mg pro kg Körpergewicht    
Saccharin|450 - 550|5 mg pro kg Körpergewicht    
Sucralose|600|15 mg pro kg Körpergewicht    
Thaumatin|2.000 – 3.000|unbegrenzt    

Die Süßkraft der Süßstoffe wird durch sensorische Tests ermittelt. Als Basis für den Vergleich dient Haushaltszucker (Saccharose), dessen Süßkraft gleich 1 gesetzt ist.

Diätwunder: Helfen Süßstoffe beim Abnehmen?

Als praktisch kalorienfreie Süßungsmittel scheinen Süßstoffe perfekt zum Abnehmen. Tatsächlich können damit Kalorien eingespart werden. Allerdings ist noch unklar, ob Süßstoffe den Appetit eventuell steigern. Möglicherweise befriedigen Süßstoffe den Süßhunger weniger, da sie das Belohnungszentrum im Gehirn anscheinend weniger anregen als Zucker. Vielleicht empfinden manche Menschen Süßstoffe auch als Freifahrtschein, um hemmungslos Süßes zu essen.

Klar ist jedenfalls: Zum Abnehmen reicht es nicht, Zucker durch Süßstoff zu ersetzen. Hierzu gehört eine vernünftige Umstellung der Ernährungsgewohnheiten. Dabei erscheint es sinnvoller, süße und fette Speisen bewusst und in Maßen zu essen, statt den Süßgeschmack wahllos mit Süßstoffen zu forcieren. Im Rahmen einer ausgewogenen Diät können Süßstoffe jedoch problemlos für den kleinen kalorienarmen Genuss eingesetzt werden.

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Chemische Vielfalt: Die Süßstoffe
In der europäischen Union sind zur Zeit acht Süßstoffe zugelassen.
<b>Saccharin</b> ist der erste Süßstoff, der bereits 1878 entdeckt wurde. Er wird chemisch hergestellt. Unser Körper scheidet Saccharin unverändert wieder aus. Da Saccharin eine bitter-metallischen Beigeschmack aufweist, wird es meist mit Cyclamat und und Thaumatin kombiniert. Auch Kombinationen mit Fruchtzucker oder dem Zuckeraustauschstoff Xylit sind üblich.
<b>Cyclamat</b> wird ebenso wie Saccharin chemisch hergestellt und verlässt den Körper unverändert, ohne verstoffwechselt zu werden. Die Süßkraft von Cyclamat ist vergleichsweise gering, kann jedoch durch Zugabe von Säure gesteigert werden. Cyclamat lässt sich gut mit anderen Süßstoffen oder Zuckeraustauschstoffen mischen.
<b>Acesulfam-K</b> schmeckt ähnlich wie Saccharin und stammt aus chemischer Produktion. Es wird häufig mit Aspartam kombiniert und gehört zu den beliebtesten Substanzen in Süßstoffmischungen. Acesulfam-K liefert keine Kalorien.
<b>Aspartam</b> schmeckt ähnlich wie Zucker und kann gut allein verwendet werden. Es besteht aus Eiweißbausteinen, die der Körper verstoffwechselt. Deshalb liefert ein Gramm Aspartam vier Kalorien. Aufgrund der hohen Süßkraft fällt dies jedoch kaum ins Gewicht.
<b>Aspartam-Acesulfam-Salz</b> ist eine beliebte und bewährte Mischung aus 64% Aspartam und 35% Acesulfam. Sie schmeckt sehr ähnlich wie Zucker. Das Salz wird im Körper in Aspartam und Acesulfam gespalten. Während Aspartam verstoffwechselt wird, wird Acesulfam unverändert ausgeschieden.
<b>Neohesperidin DC</b> wird aus Zitrusfrüchten gewonnen. Die leicht menthol-artige Süße kann den bitteren Geschmack anderer Süßstoffe oder Medikamente überdecken. Allerdings setzt die süße Wirkung etwas verzögert ein. Neohesperidin wird in geringen Mengen vom Darm aufgenommen, liefert jedoch fast keine Kalorien.
<b>Sucralose</b> wird aus Zucker hergestellt und schmeckt ähnlich wie Zucker. Die süße Wirkung hält lange an. Vom Körper wird Sucralose nicht verstoffwechselt, sondern unverändert wieder ausgeschieden.
<b>Thaumatin</b> wird aus den Samen der afrikanischen Katemfrucht gewonnen. Die Eiweißbausteine werden im Körper verstoffwechselt und liefern etwa Kalorien pro Gramm. Aufgrund der extrem hohen Süßkraft, sind jedoch nur äußerst geringe Mengen von Thaumatin erforderlich. Wegen des lakritzartigen Nachgeschmacks wird Thaumatin meist mit anderen Süßstoffen kombiniert.