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Kita-Eingewöhnung - Das sollten Eltern wissen

Wenn Mama oder Papa nach der Elternzeit wieder zurück in den Berufsalltag gehen, beginnt für die Kleinen oft ein spannender neuer Lebensabschnitt: die Kindergartenzeit. Doch bis der Kita-Alltag rundläuft, braucht es Zeit, Geduld und eine behutsame Eingewöhnung. Denn die Trennung von den Eltern fällt Kleinkindern anfangs noch schwer.

Was den Kita-Start emotional so schwierig macht, wie Sie sich und Ihr Kind darauf vorbereiten, warum ein paar Tränchen gar nicht schlimm sind und mit welchen Tipps die Eingewöhnung gelingt – all das lesen Sie hier.

Alles Gute!
Ihr Meine Familie-Team

Warum fällt der Übergang in die Kita so schwer? 

Die ersten Schritte machen, selbst sagen, was man will, einen ganzen Tag ohne Windel meistern – die ersten Lebensjahre stecken voller Neuanfänge. Und auch der Eintritt in den Kindergarten gehört dazu. Nach einer behüteten Zeit in vertrauter Umgebung, in der die Eltern immer in unmittelbarer Nähe sind, findet jetzt zum ersten Mal eine regelmäßige Trennung statt – wenn auch nur für ein paar Stunden am Tag. Überspitzt bedeutet das in der Wahrnehmung des Kindes, dass es von seiner wichtigsten Bezugsperson, zu der es eine besonders starke emotionale Bindung hat, plötzlich „zurückgelassen“ wird. Kein Wunder, dass Kleinkinder darauf zunächst mit Angst und Verunsicherung reagieren und für diese Veränderung Zeit brauchen.

Hinzu kommen viele neue Umstände und Einflüsse, die den Kleinen eine große Portion Anpassungsvermögen und Mut abverlangen, wie zum Beispiel:

  • eine neue Umgebung
  • fremde Erwachsene
  • neue Bezugspersonen
  • neues Spielmaterial
  • neue Regeln & Abläufe
  • ein neuer Rhythmus
  • viele andere Kinder

Aber nicht nur für Kinder, sondern auch für Eltern ist der Kita-Start eine Herausforderung. Vielen Eltern fällt der erste „Abschied“ sogar sehr viel schwerer als gedacht. Das ist okay und gut so – schließlich wird der Sprössling erstmals für eine längere Zeit einer anderen Bezugsperson anvertraut. Nach intensiver Zweisamkeit und maximaler „Kontrolle“ heißt es jetzt: loslassen und vertrauen. Und außerdem akzeptieren, dass neben den eigenen Regeln, Werten und Erziehungsmethoden jetzt auch andere Menschen und Einflüsse die Entwicklung des eigenen Kindes prägen.

Früher sozialer Kontakt hilft

Ob Krabbelgruppe, Geschwister, Freunde oder Verwandte – Kindern, die schon früh Kontakt zu anderen Kindern und Erwachsenen neben den eigenen Eltern haben, fällt die Kita-Eingewöhnung häufig etwas leichter. Eine gute Übung: eine Übernachtung bei den Großeltern. Das Wichtigste dabei: Eine Trennung sollte nie erzwungen werden oder unter Druck geschehen.

Wie können Eltern sich und ihr Kind auf die Kita vorbereiten?

Die beste Vorbereitung ist eine neugierige, unvoreingenommene und positive Einstellung. Denn blicken Sie dem Kita-Start selbst mit Bauchschmerzen entgegen, kann sich Ihre Unsicherheit schnell auf Ihr Kind übertragen. Verständlich – welches Kind würde sich schon auf ein Ereignis freuen, vor dem sogar die eigenen Eltern Angst haben? Je positiver und entschlossener Sie das Thema Kita also im Vorfeld handhaben, desto eher wird auch Ihr Kind der Veränderung positiv entgegensehen. Das gilt auch für die Kommunikation.

Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Kind über den Kita-Start und wecken Sie Vorfreude auf die vielen neuen Spielkameraden, die es dort erwarten. Informieren Sie sich frühzeitig über den Ablauf der Eingewöhnung und sprechen Sie mit Ihrem Kind offen darüber, wann es losgeht (zum Beispiel: „Noch fünfmal schlafen, dann darfst du zum Spielen in den Kindergarten“). Außerdem sollten Sie rechtzeitig entscheiden, welcher Elternteil die Eingewöhnung übernimmt, sich vorrangig mit der Kita-Thematik beschäftigt und sich um das Hinbringen und Abholen kümmert. Weitere Infos finden Sie in unseren 11 Tipps für einen entspannten Kita-Start.

Ein Stück Zuhause

Ein vertrauter Gegenstand, wie zum Beispiel ein Kuscheltier, ein Familienfoto oder die Lieblingsdecke, spendet Trost bei Heimweh und bringt ein bisschen Sicherheit in das ungewohnte Umfeld.

Wie lange dauert die Eingewöhnung?

Die Eingewöhnungsdauer ist von Kind zu Kind unterschiedlich und hängt von verschiedenen Faktoren wie zum Beispiel der familiären Situation und der Mitarbeit von Eltern und Fachkräften ab. Die meisten Eingewöhnungsmodelle gehen von einer Zeitspanne zwischen 2 bis 4 Wochen aus – auf die Theorie ist hierbei jedoch längst nicht immer Verlass. Experten raten Eltern dazu, sich für die Eingewöhnung nach Möglichkeit etwa 4 bis 6 Wochen Zeit zu nehmen und den Wiedereinstieg in den Job nicht zu knapp zu kalkulieren. Ein kleiner Puffer entschärft die Situation und gibt die Möglichkeit, die Eingewöhnung bei Bedarf ohne Druck zu verlängern. Es empfiehlt sich außerdem, große Veränderungen und Projekte nicht in die Eingewöhnungsphase zu legen – es passiert schon genug Neues für die Kinder in dieser Zeit.

Achtung! Manchen Kindern fällt der Kita-Start scheinbar besonders leicht. Trotzdem sollte die Eingewöhnungszeit nicht leichtfertig übersprungen werden. Egal, wie aufgeschlossen ein Kind auch ist, es braucht trotzdem Zeit, um tragfähige Beziehungen aufzubauen und sich an all die neuen Menschen, Abläufe und Umstände zu gewöhnen.

Wie läuft die Eingewöhnung ab?

Kurz und schmerzlos oder doch eher behutsam? Natürlich gibt es unterschiedliche Meinungen dazu, welche Art und Weise der Kita-Eingewöhnung die beste ist. In Deutschland werden Kinder in den meisten Betreuungseinrichtungen in Anlehnung an das sogenannte „Berliner Modell“ eingewöhnt.

Kita-Eingewöhnung nach dem „Berliner Modell“

Das Berliner Modell orientiert sich an der Bindungstheorie und besteht aus 4 Phasen. Es geht davon aus, dass die Anwesenheit eines Elternteils als wichtigste Bindungsperson eine besonders große Rolle spielt. Der genaue Ablauf nach dem Berliner Modell wird in der Abbildung veranschaulicht.

Bindung – was heißt das eigentlich?

Unter Bindung versteht man eine emotionale Beziehung, die über einen längeren Zeitraum anhält und die vor allem in Stresssituationen Rückhalt und Sicherheit bietet. Bindung entsteht nicht automatisch durch Verwandtschaft, sondern durch regelmäßige Erfahrung. Eine sichere Bindung ist die Voraussetzung für eine gelungene Persönlichkeitsentwicklung und Sozialisation.

Grundphase (3 Tage)

  • Kind kommt zusammen mit Mutter/Vater in die Kita.
  • kurzer Aufenthalt von ca. 1 Stunde
  • kein Trennungsversuch

Tipp für Eltern: Halten Sie sich eher im Hintergrund. Ermutigen Sie Ihr Kind, auf andere Kinder der Gruppe zuzugehen und sich mit dem Spielmaterial zu beschäftigen. Stehen Sie zur Verfügung, wenn Ihr Kind von sich aus Trost oder Rückhalt sucht.

Erster Trennungsversuch (4. Tag)

  • Mutter/Vater verabschiedet sich kurz nach der Ankunft im Gruppenraum.
  • Elternteil verlässt den Raum, bleibt aber im Gebäude bzw. in der Nähe.
  • Je nach Reaktion wird über die Dauer der Eingewöhnungsphase (siehe unten) entschieden.

Tipp für Eltern: Zögern Sie den Abschied nicht unnötig hinaus und schleichen Sie sich nicht heimlich raus, wenn Ihr Kind beschäftigt ist. Ein aktives Verabschieden ist wichtig. Lässt sich Ihr Kind nach dem Abschied leicht beruhigen, kann die erste Trennung etwa 30 Minuten dauern.

Stabilisierungsphase

Kind lässt sich beruhigen:
Kürzere Eingewöhnungszeit (ca. 6 Tage)

  • Zeiträume ohne Elternteil werden nach und nach verlängert.
  • Elternteil bleibt in der Einrichtung.

Kind lässt sich noch nicht beruhigen:
Längere Eingewöhnungszeit (ca. 2–3 Wochen)

  • Erneuter Trennungsversuch findet erst ab dem 7. Tag statt.
  • Lässt sich das Kind durch Erzieher/-in trösten und beruhigen, werden die Zeiträume ohne Elternteil nach und nach vergrößert.
  • Elternteil bleibt in der Einrichtung.

Tipp für Eltern: Jedes Kind ist anders. Lassen Sie sich nicht verunsichern, wenn Ihr Kind länger braucht als andere. Vermeiden Sie Vergleiche wie: „Schau mal, der Max weint auch nicht, weil seine Mama gegangen ist“. Üben Sie sich stattdessen in Geduld und vermitteln Sie Ihrem Kind, dass Sie so lange bleiben, bis es sich sicher aufgehoben fühlt.

Schlussphase

  • Kind bleibt jetzt ohne Mutter/Vater in der Kita.
  • Mutter/Vater bleibt aber in der Nähe bzw. telefonisch erreichbar.
  • Erzieher/-in wird vom Kind als vertraute Bindungsperson akzeptiert.

Tipp für Eltern: Wenn Sie die Möglichkeit haben, lassen Sie Ihr Kind in den ersten Wochen nicht gleich den ganzen Tag in der Kita, sondern beispielsweise nur den Vormittag. Die Eingewöhnung ist vollständig abgeschlossen, wenn Ihr Kind den Erzieher/die Erzieherin als sichere Basis akzeptiert hat und eine tragfähige Beziehung aufgebaut ist.

Ein sicherer Hafen

Vergessen Sie nicht: Für Ihr Kind sind Sie der (womöglich einzige) „sichere Hafen“. Sie geben ihm die emotionale Sicherheit, die es braucht, um Neues zu erforschen und zu entdecken. Und die Gewissheit, jederzeit zurückkehren zu können, wenn es Hilfe oder Trost braucht.  

Neben dem Berliner Modell findet auch das sogenannte Münchener Modell in einigen Kitas Anwendung. Es besteht aus 5 Phasen und setzt den Schwerpunkt insgesamt noch mehr auf das Kind. Beide Modelle sind jedoch insgesamt sehr ähnlich, weshalb sie hier nicht beide ausführlich beschrieben werden.

Der erste Abschied – Trennungsschmerz und Tränen

Hat sich ein Kind während der Grundphase an die neue Umgebung gewöhnt und sucht immer seltener den Kontakt zum Elternteil, ist es Zeit für den ersten Trennungsversuch. Was theoretisch so einfach ist, endet in der Praxis oft mit bitteren Tränen.

Jetzt ist Fingerspitzengefühl von Eltern und Erziehern gefragt. Denn Weinen kann einerseits darauf hindeuten, dass ein Kind noch etwas mehr Zeit braucht und der Trennungsversuch verfrüht war. Andererseits ist Weinen in Maßen aber auch ganz normal und ein Zeichen dafür, dass ein Kind eine starke und sichere Bindung zu seinen Eltern hat und ganz einfach traurig ist, wenn sie weggehen. Auch wenn es also für Eltern nur schwer zu ertragen ist, wenn die Lippen beben und die Tränchen kullern: Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, seine Gefühle mithilfe der Erzieher/-innen auch ohne Sie in den Griff zu kriegen.

Wie geht es nach der ersten Trennung weiter?

Hat sich die Bezugsperson verabschiedet, entscheidet die Reaktion des Kindes über das weitere Vorgehen. Grundsätzlich gilt für die erste Trennung: Lässt sich ein Kind nach anfänglichem Weinen von dem Erzieher/der Erzieherin beruhigen und trösten und findet schnell zurück ins Spiel, hat es die Trennung akzeptiert und ist bereit für die Umstellung. Lässt sich ein Kind jedoch gar nicht mehr beruhigen oder trösten, sollten die Eltern wieder übernehmen und der nächste Trennungsversuch ein paar Tage aufgeschoben werden. Manche Kinder reagieren weniger lautstark auf einen Trennungsversuch und wirken stattdessen wie erstarrt oder verkrampfen sich. Hier sind aufmerksame Erzieher/-innen gefragt, die Verunsicherung auch dann bemerken, wenn sie nicht mit Geschrei und Tränen einhergeht. Denn auch solche oder ähnliche körperliche Reaktionen deuten darauf hin, dass ein Kind noch nicht so weit ist.

Wenn Kinder krank oder verletzt sind, sollte ein erster Trennungsversuch lieber vertagt werden. Denn jetzt brauchen sie die Nähe ihrer Bindungsperson ganz besonders.

Auch Kita-erfahrene Kinder haben manchmal plötzlich wieder Schwierigkeiten, sich zu trennen. Zum Beispiel, weil sie müde, gelangweilt, überfordert oder gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe sind. Hier sind Geduld und Verständnis gefragt – schließlich hat jeder mal einen schlechten Tag und braucht hin und wieder besonders viel Zuwendung.

Hat das Kind die Trennung von seiner Bezugsperson offensichtlich gut überstanden, können die Zeiträume von nun an Schritt für Schritt vergrößert werden.

Weinen lassen hilft keinem

Manchmal trocknen die Abschiedstränen schnell, manchmal gar nicht. Lässt man ein Kind in der Eingewöhnungszeit einfach weinen, ignoriert man damit sein Bindungsverhalten. Ist ein Kind also partout nicht zu beruhigen, sind in jedem Fall die Eltern gefragt.

11 Tipps für einen entspannten Kita-Start

Hier finden Sie eine Zusammenfassung aller Tipps und Tricks rund um eine entspannte Kita-Eingewöhnung.

1. Nutzen Sie Beratungsangebote und Infotage.

Vor allem beim ersten Kind ist die Kita-Eingewöhnung auch für die Eltern neu und aufregend. Was muss man wissen, wie läuft alles ab, was muss besorgt werden und wer steht bei Fragen zur Seite? Scheuen Sie sich nicht, alle Fragen zu stellen, die Ihnen auf dem Herzen liegen, und nutzen Sie Beratungsangebote verschiedener Einrichtungen, um sich eine Meinung zu bilden. Nehmen Sie sich Zeit, Einrichtung und Personal kennenzulernen sowie entsprechende Routinen und Abläufe zu verinnerlichen, und tauschen Sie sich bei Bedarf auch mit anderen Eltern aus

2. Einigen Sie sich, wer die Eingewöhnung übernimmt.

Klar, der Kita-Start geht beide Elternteile etwas an – bei der Eingewöhnung sollten Sie jedoch vor allem daran denken, Ihrem Kind entgegenzukommen. Und der Abschied von einer Bezugsperson ist nun mal einfacher zu verkraften, als gleich von beiden Elternteilen „allein gelassen“ zu werden. Wer die Eingewöhnung übernimmt, das heißt, wer das Kind in die Kita begleitet, zur Stelle ist, wenn es Probleme gibt, und sich mit dem Kita-Personal austauscht, hängt von der jeweiligen familiären Situation ab und muss individuell entschieden werden. Denn unabhängig von verschiedenen Meinungen darüber, warum entweder Mutter oder Vater besser für die Eingewöhnung geeignet sind, geht es am Ende vor allem darum, womit sich Ihr Kind am wohlsten fühlt – und (leider) natürlich auch, was beruflich und finanziell ermöglicht werden kann. Ist die Entscheidung gefallen, sollten Sie nach Möglichkeit mindestens für ein paar Wochen auch bei dieser Konstellation bleiben. Nach der Eingewöhnung können auch andere Bezugspersonen das Hinbringen und Abholen übernehmen.

3. Gewöhnen Sie Ihr Kind früh an andere Bezugspersonen.

In der Kita geben Sie ein Stück Verantwortung ab. Erzieher/-innen übernehmen jetzt nicht nur die Aufsicht, sondern auch das Wickeln, Trösten und Kuscheln. Hat Ihr Kind all diese Dinge bislang ausschließlich durch Sie erfahren, wird es ihm besonders schwerfallen, eine andere Person in dieser Rolle zu akzeptieren. Üben Sie schon vor dem Kita-Start den Umgang mit anderen Bezugspersonen wie Tanten oder Freunden und vermitteln Sie Ihrem Kind das Gefühl, dass es auch dort gut aufgehoben und in Sicherheit ist.

4. Besuchen Sie Krabbelgruppen & Spieltreffs.

Vom eigenen Kinderzimmer in einen Gruppenraum voller Spielkameraden – vor allem für Einzelkinder kann die Konfrontation mit vielen anderen Kindern zur Herausforderung werden. Wer mit seinem Kind frühzeitig zu Spieltreffen oder Krabbelgruppen geht, erleichtert ihm das Ankommen in der Gruppe und fördert schon vor dem Kita-Start wichtige soziale Verhaltensweisen – zum Beispiel, dass man Dinge manchmal mit anderen teilen muss.

5. Beziehen Sie Ihr Kind in die Vorbereitung mit ein.

Denn auch – oder vor allem – Kleinkinder möchten dabei sein und mitbestimmen. Nehmen Sie Ihr Kind mit, wenn Sie für die Kita einkaufen, und lassen Sie es nützliche Utensilien wie zum Beispiel einen Rucksack, eine Brotdose oder ein Kuscheltier für die Kita selbst aussuchen. Das steigert die Vorfreude, denn die neuen Sachen möchten natürlich bald ausprobiert werden. Übrigens: Eine Vorauswahl von 2 bis 3 Dingen hilft, Enttäuschungen zu vermeiden und Ihr Kind nicht mit einer Fülle an Möglichkeiten zu überfordern.

6. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit.

Jedes Kind ist anders. Deshalb lässt sich die Dauer der Eingewöhnungsphase im Vorfeld nicht genau planen. Wer zu knapp kalkuliert, riskiert eine Überschneidung mit dem Job-Einstieg oder anderen Verpflichtungen und erzeugt unnötigen Druck in einer ohnehin schon fordernden Situation. Verlassen Sie sich lieber nicht auf Durchschnittswerte, sondern geben Sie Ihrem Kind ganz einfach die Zeit, die es braucht. Mit einem Zeitpuffer von 1 bis 2 Wochen und einer Extraportion Geduld und Verständnis wird die Eingewöhnung für alle Beteiligten entspannter.

7. Vermeiden Sie „Nebenbaustellen“.

Ob schüchtern oder selbstsicher, der Start in die Kita verlangt jedem Kleinkind viel ab. Feste Rituale und geregelte Abläufe abseits der Kita sind jetzt besonders wichtig und geben Halt. Planen Sie große Veränderungen wie zum Beispiel einen Umzug oder einen Umbau deshalb nicht zeitgleich mit der Kita-Eingewöhnung.

8. Sprechen Sie frühzeitig über den Kita-Start.

Auch Kinder wollen wissen, was sie erwartet. Steht fest, dass Ihr Kind bald in die Kita gehen soll, dann sprechen Sie offen und ehrlich darüber und enthalten Sie Ihrem Kind die anstehende Veränderung nicht vor. Erklären Sie, warum die Betreuung nötig ist und wie genau die Eingewöhnung ablaufen wird. Das nimmt Ängste und gibt Ihrem Kind Zeit, sich innerlich vorzubereiten. Auch positive Erfahrungsberichte von älteren Geschwistern helfen, Ängste abzubauen und stattdessen Vorfreude zu erzeugen.

9. Vertrauen Sie dem Kita-Personal.

Sie haben sich für eine Kita entschieden und die Bezugsbetreuer kennengelernt? Dann können Sie Ihr Kind jetzt guten Gewissens „abgeben“. Denn Zweifel und Unsicherheiten Ihrerseits machen die Eingewöhnung auch für Ihr Kind schwieriger. Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass Sie dem Kita-Personal vertrauen und fest davon überzeugt sind, dass es dort gut aufgehoben ist. Lassen Sie zu, dass Ihr Kind eine Bindung zu einer anderen Bezugsperson aufbaut, und stehen Sie dieser nicht aus Eifersucht im Wege.

10. Zögern Sie den Abschied nicht unnötig hinaus.

Hand aufs Herz: Hin und wieder sind es auch die Erwachsenen, die ein waschechtes Kita-Drama auslösen. Und es ist okay, dass auch den Eltern der Abschied schwerfällt. Ist die Entscheidung jedoch gefallen und sind Sie zuversichtlich, dass Ihr Kind dem Kita-Alltag gewachsen ist, gibt es für traurige Eltern letztlich nur einen Rat: loslassen, sich beherrschen, Vorbild sein. Ein unnötig lang hinausgezögerter Abschied und Sätze wie „Ich werde dich so vermissen“ oder „Ich will dich gar nicht loslassen“ machen es für Kleinkinder ganz besonders schwer. Unser Tipp: Halten Sie den Abschied gern herzlich und liebevoll, aber bitte kurz. Und am wichtigsten: Gehen Sie nie, ohne sich zu verabschieden.

11. Entwickeln Sie feste Rituale.

Nach dem Essen Zähne putzen, nach dem Spielen aufräumen und vor dem Schlafengehen eine Gutenachtgeschichte – für Kinder sind Rituale eine wichtige Stütze und Orientierung im Alltag. Etablieren Sie geregelte Abläufe auch für die Kita-Zeit und bieten Sie Ihrem Kind verlässliche Muster in einer Phase, in der jeder Tag in der Gruppe etwas Neues bringt. Packen Sie zum Beispiel jeden Morgen gemeinsam den Rucksack und befüllen die Brotdose. Erzählen Sie unterwegs, was nach der Kita ansteht, lassen Sie Ihr Kind immer vom gleichen Fenster aus zum Abschied winken und lassen Sie es auf dem Heimweg von seinen Erlebnissen berichten. Auch feste Abholzeiten geben Kindern Sicherheit. Achten Sie darauf, diese kindgerecht zu kommunizieren, zum Beispiel: „Nach dem Mittagsschlaf/der Obstzeit/dem Musik-Kreisel komme ich dich wieder abholen“ anstatt „Um halb zwei bin ich wieder da“. Bedenken Sie dabei: Feste Zeiten machen nur Sinn, wenn Sie auch zuverlässig eingehalten werden können.