Sie haben in Ihren Browsereinstellungen Cookies deaktiviert. Wir nutzen Cookies auf der real-markt.de für eine Vielzahl von Funktionen.
Wenn Sie die Website vollumfänglich nutzen möchten, sollten Sie das Setzen von Cookies über Ihre Browsereinstellungen zulassen.

Was steckt hinter der viel gerühmten Übermutter?

Aktivitäten mit Kindern

Jede Mutter liebt ihr Kind und will sein Bestes. Doch wann ist es zu viel, wann mutiert eine engagierte Mama zur kontrollierenden Übermutter? Und konkreter die Frage, was kann der Papa tun, um genau das zu verhindern? Immerhin hat der Partner ein großes Interesse daran, dass seine Frau nicht nur Mutter ist. Der Begriff „Übermutter“ mag auf den ersten Blick bewundernd erscheinen, immerhin definiert der Duden dies als Bezeichnung für eine „weibliche Person, die in einem bestimmten Bereich die beherrschende Figur ist, zu der die anderen respektvoll aufschauen“ oder auch als „besonders mütterliche Mutter“. Im Sprachgebrauch wird die synonyme Bezeichnung „Übermutti“ jedoch häufig in Negation verwendet. Hinter der Bezeichnung steckt die Anklage, mehr Mutter zu sein, als tatsächlich benötigt wird. Assoziiert werden mit diesem Begriff die Überbehütung des Kindes und eine Mutter, die selbst zum Perfektionismus in der Ausübung ihrer Rolle neigt. Wird das Kind zur Projektion eines selbst nicht gelebten Lebens, zur Sinnfindung für all die Dinge, die der Mutter selbst nie vergönnt waren, dann ist es besonders für das Kind problematisch. Übermütter dieser Kategorie lassen ihrem Kind keinen Spielraum für eigene Experimente und Entdeckungen. Kindliche Wege und Fehler versuchen sie, von vornherein zu verhindern, um ihr Kind im Griff zu haben und jede Situation kontrollieren zu können. Für den Partner bedeutet das oft eine große Belastung: Zum einen kann er kaum seine Papa-Qualitäten unter Beweis stellen, da ihm dazu kein Raum gelassen wird. Zum anderen bleibt neben der Mutterrolle kaum Raum auch als Partnerin leben zu können.

Erfüllt die Partnerin das Klischee der Übermutti?

Jeder Papa ist stolz, wenn die Frau das eigene Kind liebevoll umsorgt. Dennoch ist es für Papas besonders in der Anfangszeit schwierig, dass die Partnerin in erster Linie Mutter ist. In der Babyzeit ist das allerdings vollkommen normal. Dass die Partnerin zur Übermutter wird und sie das Klischee voll erfüllt, lässt sich erst im Kleinkindalter feststellen. Ob die Partnerin Gefahr läuft, in diese Rolle zu verfallen, erkennen Väter an ehesten daran, dass für die Übermutti das Kind immer im Zentrum steht. Alle ihre Aktivitäten richten sich nach dem Kind. Die Übermutti richtet ihr Handeln stets nach den neuesten Erziehungsratgebern oder nach psychologischen Studien, die sie hingebungsvoll liest und diskutiert. Während sie früher anderen Hobbys und gemeinsamen Interessen mit dem Partner nachging, dreht sich ihre Freizeit ausschließlich um das Kind.

Warum sollten Papas die Übermutti in den Griff bekommen?

Dreht sich der Alltag nur noch um das Kind, dann gibt die Übermutti ihr Selbst komplett auf. Auf Dauer ist es frustrierend sich selbst ständig zurückzunehmen. Die Übermutter neigt dazu, ihre eigenen Interessen nach und nach aufzugeben. Anfangs wird sie es nicht als ein Opfer empfinden, da sie im Kind eine neue Aufgabe und ein neues Interesse gefunden hat. Zunehmend führt dies aber zu einer Entfremdung vom eigenen Ich. Verbunden ist damit auch die Vernachlässigung von Freunden oder auch der Partnerschaft. Die Übermutter hat zwar durch ihr Engagement viele Bekannte, tiefe Freundschaften aber oftmals nicht, sodass ihre Rolle sie in eine Art soziale Vereinsamung drängt. Wird diese Vernachlässigung des eigenen Ichs der Übermutter irgendwann bewusst, drohen Depressionen und andere Probleme, die aus einem niedrigen Selbstwertgefühl resultieren. Nicht nur für die Mutter, sondern auch für das Kind, ist eine Übermutti problematisch: Zu bedenken ist vor allem der immense Druck, der auf das Kind ausgeübt wird – „funktioniert“ es nicht korrekt, wird es dem Perfektionismus der Übermutter nicht gerecht. Diese empfindet es als ihr eigenes Scheitern, was dazu führen wird, dass das Kind noch mehr trainiert und angeleitet werden muss. Doch auch für den eigenen Partner ist die Übermutti problematisch: Da die gesamte Freizeit für die Organisation des Kindes verwendet wird, bleiben kaum gemeinsame Momente, die für die Paarbeziehung aber elementar sind. Für ein harmonisches Miteinander sind gemeinsame Erlebnisse und Erfahrungen, auch ohne Kinder, wichtig. Werden diese nicht mehr erfahren, kann es zu Konflikten in der Partnerschaft und sogar zu einer Entfremdung kommen.

So schaffen Sie es: die Übermutti in den Griff bekommen

Um ein erfülltes Leben mit Kindern zu leben, ist es hilfreich, auf den gesunden Menschenverstand und das Herz zu hören. Eine bedürfnisorientiere Erziehung bedeutet, nicht sich für das Kind aufzuopfern und sich dabei selbst zu vergessen. Eine Beziehung funktioniert dann besonders gut, wenn es allen Beteiligten auch gut dabei geht. Alle Beteiligten sind die Mitglieder der engsten Familie, zu der neben der Mutter und dem Kind vor allem auch der Vater gehört. Kompromisse müssen immer gemeinsam gefunden werden; eine Beziehung funktioniert nur dann, wenn jeder geben und nehmen kann, ohne einerseits egoistisch zu sein und andererseits sich ständig selbst zu übergehen. Kein Mitglied der Familie sollte sich vernachlässigt fühlen. Für Mütter ist es oft schwierig, einen Weg zwischen der hingebungsvollen Mutter und der Übermutti zu finden. Papas können aber dabei helfen:

  • Der einfachste Weg ist dabei der Partnerin immer wieder zu zeigen, dass sie auch als Frau und Gefährtin eine wichtige Rolle spielt und dass gemeinsame, partnerschaftliche Erlebnisse für Sie beide wichtig sind.
  • Organisieren Sie Paarabende, bei denen es nicht um Kindererziehung oder andere Kinderthemen gehen sollte.
  • Sind die Kinder zu klein für eine Fremdbetreuung, dann können Sie auch ein Picknick zu Hause auf der Couch veranstalten.
  • Lenken Sie Ihre Partnerin bewusst ab und schaffen Sie neue Impulse: Ein spannender Film, eine interessante Dokumentation, ein fesselndes Buch - das sie gemeinsam lesen oder ihr vorlesen – all das sind Ideen, die Ihrer Partnerin zeigen, dass es viele Dinge abseits des Kindes gibt, die nicht ausgeblendet werden sollten.

Vor allem aber sollten sich Papas nicht aus der Kinderbetreuung komplett zurücknehmen: Wenn Sie ebenfalls engagiert mit ihrem Kind umgehen, dann wird ihre Partnerin weniger die Veranlassung sehen allein in Perfektion für alle Belange rund um das Kind zu sorgen und die Gefahr der Übermutti ist gebannt. Planen Sie feste Aktivitäten mit dem Nachwuchs ein. Sehr gut geeignet sind fixe Termine wie beispielsweise der wöchentliche Schwimmkurs oder der Musikunterricht. Die Mutter hat dann frei und Zeit für sich und ihre Interessen.